Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus)

Der Ischiasnerv trägt die lateinische Bezeichnung Nervus ischiadicus. Landläufig wird er aber auch als Hüftnerv oder auch Sitzbeinnerv bezeichnet. Der Ischias ist der längste und mächtigste Nerv im menschlichen Körper. Er entspringt aus dem unteren Segment der Wirbelsäule, dem Kreuzgeflecht oder auch Plexus sacralis. Von dort aus zieht er sich entlang der Hüften über die Oberschenkelmuskulatur bis zu den Knien. Hier teilt er sich in den Wadenbeinnerv (Nervus peroneus communis) und den Schienbeinnerv (Nervus tibialis). Deren Geäst läuft weiter bis zu den Füßen.
Der Ischiasnerv steuert die Muskeln in den Beinen. Kommt es dabei zu einer Störung oder Entzündung des Nervs, so wirkt sich das auf die Beinmuskeln aus. Ein typisches Symptom für einen entzündeten oder eingeklemmten Ischiasnerv ist unter anderem eine gewisse Muskelschwäche. Die Befehle aus dem Rückenmark werden über den Ischias an die Beinmuskulatur weiter geleitet und umgekehrt. Ist bei Ischiasbeschwerden dieser Weg im wahrsten Sinne abgeklemmt.

Der dabei entstehende Schmerz wird von den Betroffenen meist als elektrisch beschrieben. In der medizinischen Fachsprache wird diese Form des Schmerzes als neurophatisch bezeichnet. Dabei wird der Ischiasnerv durch den Piriformis-Muskel gequetscht, diese Quetschung entsteht durch eine dauerhafte Fehlhaltung des Körpers. Durch konsequentes Muskeltraining kann diese Fehlhaltung beseitigt werden. Diese Form der Therapie ist auch dann oft erfolgreich, wenn die Ischias Beschwerden durch einen Bandscheibenvorfall entstanden sind.

Menschen, die übergewichtig sind und rauchen, haben ein besonders hohes Risiko für Beschwerden mit dem Ischiasnerv. Ebenso Personen, die körperlich schwer arbeiten und dabei oft schwere Gewichte heben müssen. Auch in der Schwangerschaft kommt es oft zu Beschwerden mit dem Ischias. Denn das Kind im Mutterleib drückt oft auf den Ischiasnerv und das führt zu den einschießenden Schmerzen.
Zum Glück lässt der Schmerz in den meisten Fällen nach kurzer Zeit von nach. Ist das aber nicht der Fall und bessern sich die Beschwerden nicht von selbst, so sollte besser ein Arzt konsultiert werden.